Viele Unternehmen stellen sich die Frage zu spät: Brauchen wir eigentlich einen Datenschutzbeauftragten? Die kurze Antwort: Wahrscheinlich ja - und in den meisten Fällen ist ein externer DSB die pragmatischere Lösung. Er kostet weniger als eine interne Stelle, bringt mehr Expertise mit und entlastet Sie operativ - ohne die Verantwortung der Geschäftsführung zu ersetzen. Diese Seite erklärt, wann die Pflicht greift, was ein externer Datenschutzbeauftragter realistisch kostet und worauf es bei der Auswahl ankommt.
- Ein DSB ist nach Art. 37 DSGVO und in Deutschland ab 20 Personen mit regelmäßiger Datenverarbeitung Pflicht (§ 38 BDSG).
- Ein externer DSB erfüllt dieselbe gesetzliche Funktion - ohne Einstellungskosten und Interessenkonflikt.
- Interner DSB ≈ 60.000-90.000 €/Jahr; externer ≈ 150-1.500 €/Monat; ETHYX ab 299 €/Monat.
- Die Geschäftsführung haftet weiterhin persönlich - der DSB berät, er übernimmt die Verantwortung nicht.
Wer muss einen Datenschutzbeauftragten bestellen?
Gilt das für unser Unternehmen - oder nur für große Konzerne?
Die DSGVO und das BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) machen keinen Unterschied nach Konzern oder KMU. Die Pflicht hängt an vier konkreten Kriterien, und mindestens eines davon trifft auf die meisten deutschen Unternehmen zu:
1. Mindestens 20 Personen verarbeiten regelmäßig personenbezogene Daten (§ 38 BDSG). Das sind nicht nur IT-Mitarbeitende. HR, Vertrieb, Marketing, Kundenservice - wer dort mit Kundendaten, Bewerberdaten oder Mitarbeiterdaten arbeitet, zählt mit. Bei einem 30-Personen-Unternehmen mit CRM und Newsletter-Tool ist diese Schwelle in der Regel erreicht.
2. Das Unternehmen führt Verarbeitungen durch, die einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) bedürfen (§ 38 Abs. 1 S. 2 BDSG). Wer KI-Tools für Personalentscheidungen einsetzt, Verhaltensprofile erstellt oder biometrische Daten verarbeitet, ist hier betroffen - unabhängig von der Mitarbeiterzahl.
3. Kerntätigkeit ist die umfangreiche Verarbeitung sensibler Datenkategorien (Art. 37 DSGVO). Gesundheitsdaten, politische Überzeugungen, religiöse Zugehörigkeit - wer damit in großem Umfang arbeitet, braucht einen DSB.
4. Umfangreiche systematische Überwachung oder öffentliche Stelle (Art. 37 DSGVO). Wer Verhalten in großem Umfang systematisch beobachtet (z. B. tracking-basiertes Profiling) oder eine öffentliche Stelle ist, muss ebenfalls einen DSB bestellen - unabhängig von der Mitarbeiterzahl.
Wenn Sie unsicher sind, ob die Pflicht für Ihr Unternehmen gilt: Das ETHYX-Tool prüft das in unter 5 Minuten. → DSGVO-Compliance-Status prüfen
Wann ist ein Datenschutzbeauftragter nach DSGVO und BDSG Pflicht?
Was genau steht im Gesetz - in verständlichem Deutsch?
Artikel 37 DSGVO und § 38 BDSG regeln die Bestellpflicht. Die relevante Schwelle im deutschen Recht: 20 Personen, die ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten befasst sind. „Ständig“ bedeutet nicht täglich - es bedeutet, dass die Verarbeitung zu den regelmäßigen Aufgaben gehört.
Praxisbeispiele, bei denen die Pflicht greift:
| Situation | DSB-Pflicht? |
|---|---|
| 35 MA, CRM + Newsletter-Tool im Einsatz | ✅ Sehr wahrscheinlich |
| 12 MA, KI-gestützte Bewerberauswahl | ✅ Ja (DPIA-pflichtige Verarbeitung) |
| 50 MA, kein digitales Kundendaten-Handling | ⚠️ Einzelfallprüfung nötig |
| 80 MA, SaaS-Unternehmen mit Kundendaten | ✅ Ja |
| 15 MA, nur interne Verwaltung | ⚠️ Prüfung empfohlen |
Gilt die Pflicht auch dann, wenn wir freiwillig einen DSB bestellen?
Ja - und das ist ein wichtiger Punkt. Wer freiwillig einen Datenschutzbeauftragten bestellt, unterliegt anschließend denselben Anforderungen wie ein Unternehmen mit Pflichtbestellung. Abberufung ohne Grund ist dann nicht mehr ohne Weiteres möglich.
Empfehlung: Klären Sie vor einer freiwilligen Bestellung, ob die Pflicht ohnehin greift. ETHYX bewertet das im Rahmen der kostenlosen DPO-Beratung.
Interner vs. externer Datenschutzbeauftragter
Was ist der tatsächliche Unterschied - und welches Modell passt zu uns?
Beide Optionen sind rechtlich zulässig. Die Frage ist, welche in der Praxis besser funktioniert. Hier ein ehrlicher Vergleich:
| Kriterium | Interner DSB | Externer DSB | ETHYX Modell |
|---|---|---|---|
| Setup-Aufwand | Hoch - Qualifizierung, Freistellung, Rollendefinition | Gering - Vertrag, Übergabe, fertig | Sehr gering - Plattform-Onboarding + DSB-Einbindung in einem Schritt |
| Kostenprediktabilität | Niedrig - Gehalt, Weiterbildung, Ausfall | Hoch - Fixbetrag pro Monat | Hoch - ab 299 €/Monat, all-inclusive |
| Fachkompetenz | Abhängig von Einzelperson | Spezialisiert, aktuell | AI Act + DSGVO-Spezialist, integriert |
| Unabhängigkeit | Interessenkonflikt-Risiko (Doppelrolle) | Strukturell unabhängig | Strukturell unabhängig |
| Verfügbarkeit | Eingeschränkt (Urlaub, Krankheit, Kündigung) | Vertraglich geregelt | Kontinuierlich, mit Plattform-Backup |
| Dokumentationsunterstützung | Selbst zu organisieren | Variiert je nach Anbieter | Geführte Workflows, ROPA, TOM, DPIA integriert |
| AI Act + DSGVO Integration | Selten abgedeckt | Abhängig vom Anbieter | Nativ integriert |
Wann funktioniert ein interner DSB?
In größeren Unternehmen ab ca. 250 Mitarbeitenden, bei denen ein eigener Datenschutz-Experte wirtschaftlich sinnvoll ist und die interne Stelle vollständig von operativen Rollen getrennt werden kann. Für die meisten deutschen KMU zwischen 20 und 150 Mitarbeitenden ist das nicht der Fall.
Was kostet ein externer Datenschutzbeauftragter?
Gibt es realistische Zahlen - ohne Marketingversprechen?
Ja. Die Kosten für einen externen DSB variieren je nach Anbieter, Leistungsumfang und Unternehmensgröße. Typische Marktbenchmarks (keine Rechtsaussagen, sondern kommerzielle Orientierungswerte):
| Modell | Typische Kosten | Was ist enthalten |
|---|---|---|
| Einfacher externer DSB (Basismodell) | 150-500 €/Monat | Bestellungsurkunde, Erreichbarkeit, ggf. jährlicher Check |
| Vollständiger externer DSB | 500-1.500 €/Monat | Dokumentationsunterstützung, Schulungen, Incident-Begleitung |
| Interner DSB (Vollzeitstelle) | 60.000-90.000 €/Jahr | Vollzeit-Kapazität, aber hohes Ausfallrisiko und Interessenkonfliktrisiko |
| ETHYX Modell | ab 299 €/Monat | Externer DPO + GDPR-Plattform + AI Act Compliance in einem |
Was kostet es, wenn kein DSB bestellt ist?
DSGVO-Bußgelder: bis zu 20 Mio. € oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes. Hinzu kommen Reputationsschäden, Kundenverlust und - bei fehlender Bestellung trotz Pflicht - direkte persönliche Haftung der Geschäftsführung. Der Vergleich zwischen 300 €/Monat und einem Bußgeld im sechsstelligen Bereich ist keine rhetorische Übertreibung. Es ist die tatsächliche Bandbreite.
Was leistet ein guter externer DSB wirklich?
Was bekomme ich konkret - und was nicht?
Ein externer Datenschutzbeauftragter übernimmt die gesetzlich definierte DSB-Funktion nach Art. 37-39 DSGVO. Was das in der Praxis bedeutet:
- Dokumentationsprüfung: ROPA, Datenschutzerklärung, TOM und AVVs werden regelmäßig auf Vollständigkeit und Aktualität geprüft. → ROPA & DSGVO-Dokumentation richtig aufsetzen
- Ansprechpartner für Behörden und Betroffene: Der DSB ist die offizielle Kontaktstelle für Aufsichtsbehörden und Personen, die ihre Datenschutzrechte geltend machen.
- Schulungsunterstützung: AI-Literacy nach Art. 4 AI Act, DSGVO-Schulungen für neue Mitarbeitende, rollenspezifische Hinweise für HR und Marketing.
- Incident-Begleitung: Bei Datenpannen begleitet der DSB die Meldepflicht gegenüber der Aufsichtsbehörde (72-Stunden-Frist) und koordiniert die Kommunikation.
- Audit-Readiness: Vor behördlichen Prüfungen oder bei Kundenanfragen unterstützt der DSB bei der Aufbereitung der Dokumentation.
- DPIA-Begleitung: Bei datenschutzkritischen Verarbeitungen - insbesondere KI-Einsatz - führt der DSB die Datenschutz-Folgenabschätzung durch oder prüft sie.
Was ein externer DSB nicht ist: ein Rundum-sorglos-Paket, das Ihnen die interne Verantwortung abnimmt. Die operative Umsetzung liegt weiterhin im Unternehmen. Der DSB berät, prüft und dokumentiert - die Entscheidungen trifft die Geschäftsführung.
Für welche Unternehmen lohnt sich ein externer DSB besonders?
Passt das wirklich zu unserem Unternehmen - oder ist das eher für große Firmen?
Ein externer DSB lohnt sich besonders für:
- Wachsende KMU (20-150 MA): Der Aufwand für eine interne Datenschutzstelle ist unverhältnismäßig - die rechtliche Pflicht besteht trotzdem.
- Digital-first Teams: Wer mit SaaS-Tools, Cloud-Diensten, CRM-Systemen und KI-Anwendungen arbeitet, hat eine komplexe Verarbeitungslandschaft, die kontinuierliche DSGVO-Beratung braucht.
- Unternehmen mit KI-Einsatz: ChatGPT, Microsoft Copilot, HR-Screening-Tools - wer diese im beruflichen Kontext nutzt, hat DSGVO- und AI Act-Pflichten gleichzeitig. Ein DSB mit AI Act-Expertise deckt beides ab. → EU AI Act Compliance für KMU
- Unternehmen mit B2B-Kundengeschäft: Auftraggeber und Investoren fragen zunehmend nach dem DSB-Status. Ein externer DSB ist ein nachweisbarer Qualitätsnachweis.
- Unternehmen nach Datenpanne oder Behördenkontakt: Wer bereits eine Beschwerde oder Prüfung erlebt hat, braucht sofort einen funktionsfähigen DSB-Prozess.
ETHYX Modell: Externer DPO + Compliance-Plattform
Was ist der Unterschied zum klassischen externen DSB?
Die meisten externen DSB-Anbieter liefern eine Person - ohne strukturierte Plattform, ohne geführte Dokumentationsprozesse, ohne AI Act-Abdeckung. Das Ergebnis: Sie haben formal einen DSB bestellt, aber Ihre DSGVO-Dokumentation ist trotzdem lückenhaft.
Das ETHYX-Modell kombiniert drei Leistungen in einem Monatspreis:
1. Externer DPO (zertifizierter Datenschutzbeauftragter): Übernimmt die gesetzliche DSB-Funktion, ist offizieller Ansprechpartner für Behörden, begleitet Incidents und prüft die Dokumentation.
2. DSGVO-Compliance-Plattform: Geführte Workflows für ROPA, TOM, AVV und DPIA. Keine Blankoseiten - strukturierte Vorlagen, automatische Review-Aufgaben, lückenloser Dokumentationsstand.
3. EU AI Act Compliance: KI-Systeme werden im selben Workflow inventarisiert, klassifiziert und dokumentiert. Deployer-Pflichten nach Art. 26 AI Act sind integriert, nicht nachgerüstet.
Ab 299 €/Monat (Expert-Tarif) - das ersetzt in der Regel zwei bis drei separate Dienstleistungen.
Ein stiller Vorteil, wenn das jetzt steht: Auftraggeber und Investoren fragen zunehmend nach einem funktionierenden Datenschutz-Setup sowie einem bestellten DSB, bevor sie unterschreiben. Wer es bereits vorweisen kann, ist denen einen Schritt voraus, die es noch zusammenstellen.
So läuft die Beauftragung eines externen Datenschutzbeauftragten ab
Was passiert nach der ersten Anfrage - Schritt für Schritt?
Schritt 1 - Erstgespräch & Bedarfsanalyse (kostenlos) Klärung: Besteht eine Bestellpflicht? Welche Verarbeitungen sind im Einsatz? Wo liegen die größten Lücken? Ergebnis: Ein klares Bild des Ist-Zustands und eine ehrliche Einschätzung des Aufwands.
Schritt 2 - Angebot & Vertragsabschluss Der DSB-Vertrag regelt Leistungsumfang, Reaktionszeiten, Verfügbarkeit und Kündigung. Wichtige Punkte, die im Vertrag stehen müssen: Vertraulichkeit, Weisungsfreiheit des DSB, Zugang zu relevanten Informationen, Regelung bei Kündigung.
Schritt 3 - Formale Bestellung & Behördenmeldung Der externe DSB wird schriftlich bestellt. ETHYX begleitet Sie bei der Meldung Ihres DSB an die Aufsichtsbehörde.
Schritt 4 - Dokumentations-Onboarding Bestandsaufnahme der vorhandenen Dokumentation: ROPA, Datenschutzerklärung, TOM, AVVs. Identifikation von Lücken. Priorisierung der Maßnahmen. → ROPA & DSGVO-Dokumentation richtig aufsetzen
Schritt 5 - Laufender Betrieb Quartalsweise Reviews, Unterstützung bei neuen Verarbeitungen, Schulungsbegleitung, Incident-Handling, kontinuierliche Plattformpflege.
Häufige Fehler bei der Auswahl eines DSB
Worauf sollte man achten - und was sind Warnsignale?
- Nomineller DSB ohne Substanz: Ein DSB, der formal bestellt ist, aber nie Dokumentation prüft, keine Schulungen begleitet und bei Incidents nicht erreichbar ist, erfüllt die gesetzliche Funktion nicht. Der Name auf dem Papier reicht nicht.
- Fehlende Fachqualifikation: Ein externer DSB sollte eine nachweisbare Qualifikation haben - idealerweise TÜV-zertifiziert oder mit vergleichbarem anerkannten Nachweis und nachgewiesener Praxiserfahrung.
- Kein SME-Verständnis: Ein DSB, der nur mit Konzernen gearbeitet hat, wird Ihre 40-Personen-Organisation mit überproportionalem Dokumentationsaufwand belasten. Fragen Sie explizit nach KMU-Referenzen.
- Keine AI Act-Kompetenz: Der EU AI Act gilt in Stufen - die Pflichten zur KI-Kompetenz sind bereits in Kraft, die Deployer-Pflichten für risikoreichere Systeme folgen bis 2027-2028. Wer KI-Tools einsetzt, baut schon heute Pflichten auf - ein DSB ohne AI Act-Kompetenz deckt diesen Teil des Risikos nicht ab.
- Unklare Reaktionszeiten: Datenpannen haben eine 72-Stunden-Meldepflicht. Wenn Ihr DSB erst nach drei Tagen antwortet, haben Sie ein strukturelles Problem.
- Kein schriftlicher Leistungsumfang: Mündliche Zusagen sind bei DSB-Dienstleistungen wertlos. Alles Wesentliche gehört in den Vertrag.
Quellen & weiterführende Links
| Zweck | Quelle | URL |
|---|---|---|
| Offizieller DSGVO-Text | EUR-Lex | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32016R0679 |
| Europäischer Datenschutzausschuss | EDPB | https://www.edpb.europa.eu |
| Deutsche Aufsichtsbehörde | BfDI | https://www.bfdi.bund.de |