Wie die DSGVO wird der EU AI Act über Dokumentation nachgewiesen, nicht über Absichten. Als Deployer - ein Unternehmen, das KI-Tools nutzt statt sie zu bauen - bündeln sich Ihre Pflichten um drei Artikel: AI Literacy (Art. 4), Deployer-Pflichten (Art. 26) und Transparenz (Art. 50). Diese Checkliste macht daraus eine konkrete Dokumentationsliste und zeigt, wo sich die AI-Dokumentation mit Ihren DSGVO-Unterlagen überschneidet. Den vollständigen Hintergrund finden Sie auf der EU AI Act Compliance (Pillar).
- Deployer-Dokumentation bildet drei Artikel ab: 4 (Literacy), 26 (Deployer-Pflichten), 50 (Transparenz).
- Vieles erweitert Unterlagen, die Sie für die DSGVO bereits führen - bauen Sie kein Parallelsystem.
- AI Literacy und Aufsicht gelten jetzt; Dokumentations- und Transparenzpflichten bündeln sich um den 2. August 2026.
Die Deployer-Dokumentations-Checkliste
Was muss ich konkret erfassen?
- AI-System-Inventar - jedes genutzte KI-Tool, sein Zweck und die verarbeiteten Daten.
- Risikoklassifizierung je Anwendungsfall - die Klasse je Nutzung, mit Begründung.
- AI-Literacy-Nachweise (Art. 4) - wer wurde worin und wann geschult.
- Menschliche Aufsicht (Art. 26) - wie eine Person die Kontrolle über automatisierte Entscheidungen behält, je Hochrisiko-Nutzung dokumentiert.
- Zweckbindung (Art. 26) - jedes System nur für seinen dokumentierten Zweck.
- DPIA (Art. 35 DSGVO) - bei Hochrisiko-Nutzung; ergänzt um eine FRIA (Art. 27 AI Act) nur für öffentliche Stellen, private Anbieter öffentlicher Dienstleistungen sowie bei Kreditwürdigkeits- oder Versicherungsrisikobewertung.
- Transparenzmaßnahmen (Art. 50) - wo Sie KI-Einsatz offenlegen (Chatbots, KI-Inhalte, automatisierte Entscheidungen).
- Anbieterinformationen - was Ihre KI-Anbieter über ihre Systeme bereitstellen.
Kein Punkt leer: eine Lücke ist ein Befund, genau wie unter der DSGVO.
Deployer-Dokumentationspaket (Art. 4/26/50, DOCX) kostenlos herunterladen
Wo AI Act und DSGVO-Dokumentation überlappen
Führe ich zwei getrennte Unterlagen-Sätze?
Nein - und das sollten Sie nicht. Die meiste KI-Nutzung verarbeitet personenbezogene Daten, also erweitert Ihre KI-Dokumentation die DSGVO-Unterlagen. Das AI-System-Inventar baut auf Ihrem ROPA auf; die DPIA für risikoreiche Verarbeitung wird durch eine FRIA ergänzt; Ihre AI-Literacy-Schulung verbindet sich mit der DSGVO-Mitarbeiterschulung. Beides in einem Workflow vermeidet die Widersprüche, die zwei getrennte Systeme erzeugen - siehe integrierte DSGVO- + AI-Act-Compliance.
Wie konkret muss es sein?
Reicht eine allgemeine Aussage?
Nein - derselbe Maßstab wie bei der DSGVO. „Wir beaufsichtigen unsere KI“ ist ein Platzhalter; „eine benannte Person prüft jede KI-vorgefilterte Bewerbung vor der Absage, protokolliert im Bewerbersystem“ ist Dokumentation. Je folgenreicher die Nutzung, desto konkreter der Nachweis. Eine Behörde fragt nach Belegen, nicht nach Zusicherungen.
ETHYX baut diese Deployer-Dokumentation aus demselben Workflow wie Ihre DSGVO-Unterlagen - damit KI- und Datenschutzseite nie auseinanderdriften - mit einem zertifizierten DSB zur Freigabe.
Quellen & weiterführende Links
| Zweck | Quelle | URL |
|---|---|---|
| Offizieller AI-Act-Text | EUR-Lex (VO 2024/1689) | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32024R1689 |
| Umsetzung des AI Act | EU-Kommission - AI Office | https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/ai-office |